Gegen Gewalt gegen Männer

Männer sind von physischer, psychischer und sexueller Gewalt ebenso betroffen

Mann verzweifelt

Die meisten Opfer von (außerhäuslicher) Gewaltkriminalität sind männlich. Im häuslichen Bereich hingegen ist Gewalt gegen Männer ein Randthema. Dies wird damit begründet, dass Gewalt gegen Männer, mit der ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rolle, nicht konformgeht, sondern den ihnen zugeschriebenen Charaktereigenschaften wie Stärke, Überlegenheit und Unabhängigkeit widerspricht.

 

Daher geben Männer nur selten zu, von der eigenen Partnerin misshandelt worden zu sein und neigen eher dazu, die an ihnen ausgeübte Gewalt zu bagatellisieren. Aus Scham sind sie oftmals nicht bereit, Hilfe Außenstehender anzunehmen.

Männern fällt es meist schwer über körperliche Gewalterfahrungen innerhalb der Familie zu sprechen. Auch zeigen Männer ihre Partnerinnen seltener an als Frauen ihre gewalttätigen Partner.

 

Wenn Frauen Gewalt gegen ihre Männer ausüben, tun sie dies selten spontan, sondern meist über einen längeren Zeitraum geplant. Sehr oft gibt es eine Vorgeschichte von Gewalt, die Gewalt-als-Notwehr-These konnte jedenfalls nicht bestätigt werden.

 

Psychische Gewalt

 

Psychische Gewalt erleben Männer von ihren Partnerinnen in Form von Kränkungen und Demütigungen verbaler Art. Als besonders bedrohlich wird das In-Frage-Stellen der eigenen Männlichkeit erlebt.

 

Sexuelle Gewalt

 

Sexuelle Gewalt erfahren Männer überwiegend im außerfamiliären Bereich (Gefängnis, Arbeitsplatz, etc.). Der psychische Druck, der im Bereich der Sexualität auf Männer ausgeübt wird, ist groß. "Allzeit bereit“ zu sein, zählt zu jenen Bildern, die Männern als Ideal von Männlichkeit vermittelt bekommen. Unter dem Druck dieses Idealbildes kann es Männern daher schwer fallen zu artikulieren, dass sie „keine Lust“ haben. Dort wo sexuelle Aggression gegen Männer gewalttätig verläuft, in Form von Vergewaltigung durch andere Männer, sind die psychosozialen Folgen jenen vergleichbar, unter denen Frauen leiden.