was uns bewegt

Doppelresidenz – eine sinnvolle Option im Interesse des Kindes!

Auszug aus der Fachtagung

Doppelresidenz

Unter der Organisation von Anton Pototschnig, dem Obmann der Plattform Doppelresidenz, fand am 22. Oktober in Wien eine Fachtagung zum Thema Doppelresidenz statt. Experten aus den Gebieten Forschung, Trennungsbegleitung und Recht zeigten ihre Sichtweise auf. Eltern und junge Erwachsene berichteten über ihre eigenen Erfahrungen mit der Doppelresidenz. 

So berichtete Dr. Jackwerth, Senatsvorsitzender und Richter am Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien, dass unter seinem Vorsitz das Landesgericht für Zivilrechtssachen einen Antrag an den Verfassungsgerichtshof stellte, die gesetzliche Bestimmung, wonach bei getrennt lebenden Eltern ein hauptsächlicher Aufenthalt bzw. eine hauptsächliche Betreuung festgelegt werden muss, als verfassungswidrig aufzuheben. Der Antrag wurde zwar abgewiesen, der VfGH ebnete mit seinem Erkenntnis aber trotzdem der Doppelresidenz als ein nicht-illegitimes, für manche Fälle sogar gebotenes Betreuungsmodell, den Weg.

Wie immer wieder in den Vorträgen betont wurde, ist das Gelingen des Doppelresidenzmodells abhängig von den Eltern, die, auch wenn sie sich als Paar trennen, noch immer Eltern bleiben und für das Kindeswohl verantwortlich sind. Wenn es ihnen gelingt, über den eigenen Schatten zu springen, die Verletzungen, Enttäuschungen und Kränkungen, die sie durch den Ex-Partner erlitten haben, nicht über die Kinder auszuleben, dann stellt die Doppelresidenz eine sinnvolle Option im besten Interesse des Kindes dar. Denn es geht ausschließlich um das Kindeswohl und nicht darum, was für die Eltern das Beste ist.

Die Eltern müssen sich nicht nur in finanziellen Dingen einigen, sie sollten natürlich auch eine gewisse Flexibilität an den Tag legen und bereit sein, vergessene Dinge, wie zum Beispiel Schulsachen, Turnsackerl usw. nachzubringen. Es verlangt schon ein gewisses Maß an Organisationstalent und Zeitaufwand, damit für die Kinder das Leben mit zwei Wohnsitzen nicht zum Dauerstress wird, sondern dazu beiträgt, dass ihnen damit beide Elternteile gleichermaßen erhalten bleiben. Die Doppelresidenz ist auch aus Sicht der Entwicklungspsychologen, im Regelfall das nach einer Trennung der Eltern, für das Kindeswohl günstigste.

Daher wäre es sinnvoll, wenn Väter und Mütter mit professioneller Unterstützung dahingehend begleitet und beraten werden, ihre elterliche Verantwortung wieder eigenständig wahrnehmen zu können. 

Zurück

Einen Kommentar schreiben