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Immer mehr Burschen leiden unter Essstörungen

Alle Menschen mit Essstörungen haben ein verzerrtes Bild von ihrem Körper. Sie sehen sich selbst im Spiegel nicht so, wie sie tatsächlich aussehen. Ihr Selbstwertgefühl hängt stark von ihrem Äußeren ab, sie haben Hunger nach Anerkennung. Für Frauen steht in erster Linie das Schlanksein im Vordergrund, bei vielen Männern, die an einer Ess- und Körperwahrnehmungsstörung leiden, ein „gut gebauter“ Körper.

Eine Studie zeigt, dass immer mehr Teenager, darunter besonders Burschen, von solchen oder ähnlichen Störungen betroffen sind. Die Ursachen sind bei Frauen und Männern dieselben: persönliche Krisen, Depressionen, hinter jedem falschen Essverhalten steckt ein unbewältigter seelischer Konflikt.

Dazu kommt der soziale Druck der Medien, die auf Makellosigkeit retuschierten Körper in der Werbung, die Unerreichbares als real vorgaukeln. Bei Menschen mit Essstörungen wird das Leben vom Aufstehen bis zum Schlafengehen vom Kalorienzählen und Wiederloswerden bestimmt. „Essen“ oder „nicht essen“, das ist für sie die Frage.

Männer tun sich besonders schwer, über ihre Krankheit zu sprechen, sie haben Angst, nicht mehr als „ganze Männer“ zu gelten, weil sie an einer „typischen Frauenkrankheit“ leiden. Bei Burschen mit einem sehr hohen Body-Mass-Index, liegt das Risiko bei 30 Prozent, dass sie in eine Essstörung rutschen. Wenn sich ein dicker Bursch dazu aufrafft, anstatt mit dem Chipssackerl vor dem Fernseher zu sitzen, ins Fitnessstudio zu gehen, wird er auf der Waage schnell belohnt - und bekommt positives Feedback.

Stockt der Abnehmprozess, dann werden Fette und Kohlehydrate beim Essen ganz weggelassen und das Sportpensum weiter erhöht. Es wird immer mehr Sport betrieben und es werden noch weniger Kalorien zugeführt. Viele können einfach nicht mehr aufhören. Magersüchtige laufen bis zum Umfallen oder machen 1.000 Sit-ups pro Tag, obwohl sie nur Salat essen.

Für viele Männer bedeuten Muskeln Männlichkeit. Sie wollen schlank und dennoch muskulös sein. Daher greifen viele, die mehr Muskelmasse aufbauen wollen, neben hartem Training zu chemischen Mitteln. Sie nehmen Fatburner oder Entwässerungsmittel, die die Stimmung heben und gleichzeitig dem Körper Flüssigkeit entziehen. Es werden auch noch muskelaufbauende Präparate, die Hormone enthalten konsumiert. Obwohl diese Burschen mit ihren Fleischbergen aussehen wie Profibodybuilder, sind sie schwer krank, halten sich aber immer noch für schwächlich.

Ohne Hilfe ist es schwierig, aus diesem Verhalten wieder auszubrechen. Aber nur einer von vier betroffenen Männern holt sich psychologische Hilfe.

 

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