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Leiden Männer anders als Frauen?

Alkoholmissbrauch und Verhaltensprobleme sind „typische Männerstörungen“...

...wobei Frauen häufiger von Depressionen und Ängsten betroffen sind.

 Viele Störungen gelten als "typisch männlich" oder "typisch weiblich". Entgegen der oft verbreiteten Meinung, dass Frauen öfter unter psychischen Störungen leiden, ist es aber so, dass Männer tatsächlich nicht seltener psychisch krank sind als Frauen. Der Unterschied liegt vielmehr an der Art und Häufigkeit der Störungen bzw. Erkrankungen. Männertypische Störungsbilder und Verhaltensauffälligkeiten sind beispielsweise Alkohol- und Drogenmissbrauch, Spiel- und Arbeitssucht, Burn-out sowie körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen. Diese psychischen Erkrankungen können aber ernsthafte, körperliche Folgen wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen und Stoffwechselstörungen verursachen, welche die Lebenserwartung im Vergleich zu Frauen reduzieren. Bei Männern besteht im Vergleich zu Frauen eine stark erhöhte Suizidrate, vor allem im Alter.

 Bereits im Jugendalter treten bei Jungen häufiger Beschwerden, wie etwa Verhaltensauffälligkeiten oder Substanzmissbrauch auf. Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Jungen um ein Vielfaches öfter diagnostiziert als bei Mädchen. Diese haben hingegen etwa bei Stimmungstiefs oder Ängsten die Nase vorn.

 Dieses Muster zieht sich bis ins Erwachsenenalter durch. In einer repräsentativen Studie des Dresdner Psychologen Ulrich Wittchen berichteten etwa 18 Prozent der männlichen Teilnehmer von Alkoholproblemen. Bei den weiblichen waren es nur vier Prozent. Umgekehrt wurde bei fast 23 Prozent der Frauen eine klinisch relevante Angststörung festgestellt, aber nur bei jedem zehnten Mann. Auch von Depressionen sind Frauen mehr als doppelt so häufig betroffen.

 Bei psychotischen Erkrankungen, haben zwar beide Geschlechter ein ähnlich hohes Risiko, von Schizophrenie betroffen zu sein, doch treten bei Männern die ersten Symptome üblicherweise im Alter von 20 bis 24 Jahren auf, so ist dies bei Frauen im Schnitt fünf Jahre später der Fall.

 Männer sind eher als Frauen nach außen orientiert, sie neigen dazu, weniger zu reden und lieber zu handeln. Sie sind stärker an Ergebnissen orientiert und tun sich schwer mit ihren eigenen Gefühlen und Impulsen.

 Daher benötigen Männer männerspezifische Strategien in der Prävention und Behandlung körperlicher und psychischer Erkrankungen.

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