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Tödliche Arbeitsunfälle – ein trauriges „Privileg“ der Männer

Wenig bekannt ist der Umstand, dass der überwiegende Teil der Berufstätigen, die in den Betrieben tödlichen Arbeitsunfällen zum Opfer fallen, Männer sind. 2009 waren es genau 293. Das entspricht einem Männeranteil von 90,7 Prozent. Das liegt daran, dass die gefährlichsten, unfallträchtigsten und gesundheitsschädlichsten Berufe Männerberufe sind.

Dieser Befund wird durch andere Statistiken untermauert. Laut dem Bericht der Bundesregierung „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ für 2009 entfielen im Berichtszeitraum knapp 75 Prozent aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle sowie fast 91 Prozent aller Fälle von anerkannten Berufskrankheiten auf männliche Berufstätige.

Zwar werden Jobs, die überwiegend von Männern besetzt sind, besser bezahlt als die, in denen sich überwiegend Frauen finden. Dafür wird von Männern aber auch erwartet, dass sie Aufgaben übernehmen, bei denen sie giftigen Chemikalien oder extremer Hitze ausgesetzt sind. Sie arbeiten an gefährlichen Maschinen und haben überlange Arbeitsschichten.

Aufgrund dieser höheren beruflichen Beanspruchung von Männern wäre es sinnvoll diese in folgenden Punkten zu unterstützen:

• stärkere Berücksichtigung männerspezifischer Belange bei betrieblicher Gesundheitsvorsorge
• vermehrte Information der Bevölkerung über die speziellen beruflichen Risiken von Männern in der Arbeitswelt um ein Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen
• Verbesserung der sozialen und finanziellen Situation von Menschen, die aufgrund von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen frühzeitig in Rente gehen müssen
• Verbesserung der sozialen und finanziellen Lage der Hinterbliebenen von Todesopfern durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten

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