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Trennungsväter - zu Weihnachten schmerzt es besonders

sad christmas

Gerade in der Weihnachtszeit ist es für Trennungsväter besonders spürbar, dieses bittere „Nicht-mehr-Dazugehören“. Die schöne, besinnliche Zeit kann dann zu einer echten Qual für geschiedene Väter werden. 

Es gibt Zeiten, die Gefühle - schöne, aber auch weniger schöne - verstärken. Weihnachten gehört ganz sicher dazu. Es ist vor allem für Väter, die von ihren Kindern getrennt leben eine Herausforderung, mit dieser schwierigen Situation einigermaßen gut umzugehen. Sogar Väter, die eigentlich mit der Trennung gut fertigwerden, verfallen regelmäßig zu Weihnachten in eine depressive Verstimmung. Gerade zur Weihnachtszeit, wo uns lächelnde Gesichter von scheinbar perfekten Familien durch die Werbung als das Symbol schlechthin für Glück und Zufriedenheit präsentiert werden, sitzt man als Vater allein zuhause und hat das Gefühl, dass alles, wofür man ein Leben lang gekämpft hat, gescheitert und sinnlos geworden ist.

Die Weihnachtszeit bringt Emotionen zutage, die das restliche Jahr meist verborgen bleiben. Umso intensiver empfindet Mann, wenn er einsam und ohne Familie diese Zeit verbringen muss. Gerade zu Weihnachten, wo die Erwartungen so hoch sind, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Vor allem das erste Weihnachtsfest nach einer Scheidung ist besonders schwierig. Man spürt, dass etwas fehlt, sehnt sich nach Liebe und Geborgenheit zu Hause. Viele Männer, die die Weihnachtszeit alleine verbracht haben, merken den Verlust besonders dann wenn das große Fest vorbei ist.

Noch vor einem Jahr war noch alles in Ordnung, es wurde mit der ganzen Familie gegessen, es gab Bescherung. Auf einmal ist alles ganz anders, die Trennung ist noch nicht lange her. Die Umstellung der familiären Situation wird gerade jetzt besonders schmerzlich bewusst. Absprachen, die im Interesse aller notwendig wären, funktionieren nicht, weil die Kränkung noch zu groß ist. 

Wenn man zu Weihnachten keinerlei Möglichkeit hat, seine Kinder zu sehen dann ist das sicherlich sehr traurig. Andererseits ist es absolut sinnlos, wenn es gerade am Heiligabend Streit mit der Ex-Partnerin gibt, und damit genau das passiert, das zur Trennung geführt hat.  Wenn die Verletzungen noch zu groß sind, um ein friedliches Fest miteinander oder zumindest nebeneinander zu verbringen, sollten Sie vielleicht besser darauf verzichten.

Selbst wenn Sie sich mit Ihrer Ex-Frau darauf geeinigt haben, für einen kurzen Besuch vorbeizukommen, um Ihrem Kind das Geschenk zu überreichen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie dafür schon genügend Abstand haben.

Ja, es ist möglich, ein harmonische Fest gemeinsam zu verbringen, auch wenn man nicht mehr zusammenlebt. Dafür muss doch viel Zeit vergehen, bis alle Beteiligten dazu in der Lage sind, sich zu Weihnachten zu treffen und gemeinsam zu feiern. Zuerst muss nach der Trennung einmal das eigene Leben neu aufgebaut werden, und ein anderer Umgang mit der Ex-Partnerin und den Kindern gefunden werden. 

Sie könnten doch auch mit Ihrer Ex-Partnerin verabreden, dass einer der beiden Weihnachtsfeiertage Ihnen „gehört“, damit Sie die Möglichkeit haben, mit Ihrem Kind oder den Kindern Weihnachten zu feiern.  Dieser „Ausweichtag“ kann sich zu einem festen Bestandteil des Festes entwickeln und fast genauso wichtig werden wie der Heilige Abend. 

Machtkämpfe mit der Ex-Partnerin sind für alle Beteiligten belastend, vor allem aber für die Kinder. Um Machtkämpfe, die sich auch über die Weihnachtszeit erstrecken, zu vermeiden, kann es vernünftiger sein auf ein gemeinsames Fest um jeden Preis, zu verzichten. Sie sind aber nicht nur für Ihr Kind verantwortlich, Sie haben auch auf sich selbst zu achten. Das Weihnachtsfest ganz alleine und frustriert zu Hause vor dem Fernseher zu verbringen, macht dann vielleicht doch depressiv.

Bevor Ihnen die Decke auf den Kopf fällt, gehen Sie lieber aus. Gerade zu Weihnachten gibt es ein großes Angebot an Veranstaltungen. Es gibt auch Veranstaltungen, die sich speziell an Scheidungseltern richten. 

Auch Väter, die von ihren Kindern getrennt sind, können ihre Vaterrolle sehr gut leben, obwohl das durch emotional aufgeladene Situationen nicht immer leicht ist. Wichtig ist für diese Väter das Bewusstsein, dass sie trotz allem für ihre Kinder da sind. Es zählt vor allem die Zeit, die Sie das ganze Jahr über mit Ihren Kindern verbringen, die Qualität Ihrer gemeinsam verbrachten Zeit. Dieser Gedanke hilft Vätern besonders über den Weihnachtsabend, das Gefühl, trotz aller Schwierigkeiten, für die Kinder immer da zu sein.

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