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Wenn der Papa aus dem Adressbuch gestrichen wird.

Ich bin dein Papa und kein Besucher!

Vater Tochter

Manchmal geht die Eltern“liebe“ so weit, dass Mütter lieber ins Gefängnis gehen würden, als ihr Kind auch nur für Stunden aus den Händen zu geben.

Ein „normaler“ Fall: Die Ehe der Eltern ist geschieden, ein Elternteil (in der Regel die Mutter) hat die Obsorge über das minderjährige Kind, der andere (in der Regel der Vater) hat ein 14-tägiges Besuchsrecht. Alles geregelt, so meint man. Doch oft leider nur auf dem Papier. Der besuchsberechtigte Elternteil sieht sein Kind wenig bis überhaupt nicht, denn einmal ist sein Kind angeblich krank, dann ist es mit dem obsorgeberechtigten Elternteil verreist, das dritte Mal ist es auf einem längst geplanten Schulausflug. Der besuchsberechtigte Elternteil ist verzweifelt und sucht Hilfe beim Gericht.

Bei der Durchsetzung der Besuchsrechtsregelungen stößt der Staat oft an seine Grenzen. Die Rechtslage ist klar. Lebt ein Elternteil mit dem minderjährigen Kind nicht im gemeinsamen Haushalt, haben das Kind und dieser Elternteil das Recht, miteinander persönlich zu verkehren.

Wegen der Sensibilität des Themas ist im Verfahren zur zwangsweisen Durchsetzung „des Rechts auf persönlichen Verkehr“ eine Vollstreckung nach der Exekutionsordnung ausgeschlossen. Als Zwangsmittel verbleiben nur Geldstrafen oder Beugehaft. Dies sind aber nicht gerade taugliche Mittel, um das Besuchsrecht durchzusetzen. Obwohl sich die Fälle mehren, gehen die Gerichte sehr zurückhaltend damit um.

Was und wem nützt es aber auch, wenn der obsorgeberechtigte Elternteil eine Strafe zu zahlen hat oder ins Gefängnis muss? Selten bewirkt das eine Einsicht. Ganz im Gegenteil, dem Kind wird noch vom bestraften Elternteil eingetrichtert: „Siehst du, jetzt muss ich auch noch wegen deines Papas (deiner Mama) Strafe zahlen, und wir haben weniger Geld!“ „Siehst du was dein Papa (deine Mama) mit deiner Mama (deinem Papa) macht? Sogar ins Gefängnis muss ich – nach allem was er (sie) mir schon angetan hat“

Der Einsatz von Beugestrafen gegen den obsorgeberechtigten Elternteil zur Durchsetzung des Besuchsrechtes kommt ohnehin erst in Frage, wenn ein Besuchsrecht - meist nach sorgfältiger und mühevoller Verfahrensführung mit kinderpsychologischem Gutachten - gerichtlich als notwendig für das Kind angesehen wird und mit Beschluss festgesetzt wird. Die Durchsetzung von schädlichem Kontakt steht also ohnehin nicht zur Debatte.

Ein häufiges Argument gegen den Einsatz von Beugestrafen ist: Wie schützt man die Obsorgeberechtigten gegen Verleumdung. Väter im Gegensatz kann man im Interesse der Sache der Verleumdung aussetzen. Niemand schützt sie gegen das Faktum von falschen Verdächtigungen in Obsorge- und Missbrauchsverfahren, niemand interessiert es ernstlich, dass sogar Fehlurteile zu Haft geführt haben.

Bei hartnäckigsten Fällen in denen Obsorgeberechtigte sich in Beugehaft nehmen lassen, bevor sie den Kindern den notwendigen Kontakt gönnen, sollte man sich aber sowieso fragen, warum man dort die Kinder in Pflege und Erziehung lassen soll.

Immerhin gibt es seit Mitte 2014 österreichweit die sogenannte "Besuchsmittlung" durch die Familiengerichtshilfe. Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und Pädagoginnen vermitteln im Streit um die Kontaktregelung.

Egal wie eine Trennung zustanden kommt – die Eltern müssen wachgerüttelt werden! Das wichtigste ist, zu erkennen, was die Bedürfnisse des Kindes sind, wer sie besser erfüllen kann und was das Kind erleidet, wenn ein Elternteil nicht einbezogen wird. Denn die Beziehung des Kindes zum zweiten Elternteil ist ein essentieller Bestandteil für die geistige und körperliche gesunde Entwicklung des Kindes